VR-Money Talk

Die monatlich erscheinende Kolumne rund um Finanzthemen

Birk Nitschack ist Prokurist und Leiter der Individualkundenbetreuung bei Ihrer VR-Bank Altenburger Land eG. An dieser Stelle schreibt er monatlich zu Entwicklung, Einflüssen und Aussichten der Finanzmärkte sowie zu Anlageprodukten und Finanzinnovationen.

13.04.2019

Trend zu sinkenden Renditen

Wenn man die Kursgewinne an den Weltbörsen seit Jahresanfang auf das Gesamtjahr hochrechnet, dann könnte 2019 das beste Aktienjahr aller Zeiten werden. Als Gründe für den aktuellen Kursaufschwung sind zum einen der sehr starke Kurseinbruch aus dem vergangenen Jahr zu nennen, den die Märkte wohl im Nachhinein als zu übertrieben und fundamental unbegründet bewertet haben. Zum anderen wird für das laufende Jahr nicht mehr mit weiteren Leitzinsanhebungen in den USA oder der Eurozone gerechnet, nachdem die amerikanische Notenbank eine Kehrtwende vollzogen hat und von ihren ursprünglichen Straffungsabsichten abgerückt ist.

09.03.2019

Versinkt die Welt in Schulden?

In der gesamten Weltwirtschaftsgeschichte waren Nationen und Bürger noch niemals so hoch verschuldet wie heute. Der Verschuldungsgrad ist in einigen Ländern mittlerweile so hoch, dass sogar minimale Zinssteigerungen zur Staatsinsolvenz führen können. In den zehn Jahren seit der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die Firmen ihre Anleiheschulden mehr als verdoppelt. Hinzu kommt, dass immer mehr Unternehmen mit schwächerer Bonität die niedrigen Zinsen genutzt haben, um sich Geld zu leihen.  

09.02.2019

Die Kosten der Niedrigzinsen...

Die Zinsen sinken! Immer noch bzw. immer wieder! Ein Blick auf das Niveau der Umlaufrendite zeigt derzeit 0,04 Prozent und Bundesanleihen sind bis zu einer Laufzeit von acht Jahren im Minuszinsbereich. Noch vor einigen Monaten schien es so, dass Sparer das gröbste überstanden zu haben schienen, ging doch die Zinskurve am mittleren und langen Ende etwas nach oben. Doch die Ambitionen auf eine gerade für Deutschland angemessene Zinspolitik – eines höheren Zinsniveaus – verpufften im politischen Kalkül der Bundeskanzlerin.

19.01.2019

Der Pessimismus nimmt zu...

Konjunkturzahlen und unternehmensspezifische Daten rücken wieder in den Mittelpunkt. Leider nicht viel Positive. Deutschland befindet sich an der Schwelle zu einer Rezession, welche durchaus auch hausgemachte Züge trägt. Zwar muss extern und primär aufgeführt werden, dass die Chinesen und Amerikaner ihren wirtschaftlichen Wachstumszenit längst überschritten haben und so den deutschen Export deutlich ins Stocken bringen. Chinas Exporte gingen im letzten Monat um 4,4 % zurück, die Einfuhren reduzierten sich um fast 8 %. Gerade der dort prestigeträchtige Automarkt knickte um 6 % ein und legt damit den Schatten auf den deutschen Autoexport. Spannend wird es auch in den USA, wenn die Berichtssaison in wenigen Wochen das vergangene Jahr abschließen wird.

08.12.2018

Ein Strohfeuer zum Jahresende

Das Börsenjahr 2018 ist faktisch Geschichte. Nach einigen Jahren der Verwöhnung dürften Anleger, die vornehmlich in Deutschland und Europa investiert sind, per Jahressaldo einen merklich negativen Schnitt machen. Misst man den Anlageerfolg ausschließlich am deutschen Aktienbarometer, steht wohl am Jahresende ein Minus von etwa 15 % zu Buche. Zwar haben zuletzt die wirtschaftspolitischen Annäherungen von China und den USA für temporär positive Effekte an den Märkten gesorgt, vom Tisch ist damit der Handelsstreit nicht. Einem Kompromiss mit viel staatsmännischem Getue müsste jetzt ein wahres Abkommen zur Vermeidung und Beseitigung der Strafzölle folgen, was gerade bei einem unberechenbaren US-Präsidenten schwer zu glauben ist.

10.11.2018

Antizyklisch handeln

Nach der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank besteht auch weiterhin keine Hoffnung, dass auf absehbare Zeit mal wieder Zinsen auf Spareinlagen gezahlt werden können. Angesichts des spätzyklischen Umfelds sorgen sich Investoren, dass auch die Party an den Aktienmärkten bald vorbei sein könnte. Über acht Prozent haben die globalen Aktienmärkte im Oktober korrigiert. Der aktuelle Konjunkturzyklus dauert in den USA, als Leitökonomie der Weltwirtschaft, bereits 113 Monate. Das ist der zweitlängste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg.

13.10.2018

Instabile Märkte durch steigende Zinsen

Deutsche Anleger haben es nach wie vor nicht einfach. Sowohl am Zinsmarkt lässt sich (noch) nichts verdienen, und auch im hiesigen Aktiensegment führender Standardwerte sind per Saldo seit Jahresbeginn keine wesentlichen Erträge zu generieren gewesen. Zu dominant sind die weltpolitischen Einflüsse, welche den Aktienmarkt in Mitleidenschaft zogen.

08.09.2018

Immobilienfonds werden kurzfristig zur Anlage geöffnet

Der deutsche Anleger liebt Sicherheit. Seit fast einem Jahrhundert schwört er darauf, kein Geld verlieren zu wollen... So zumindest seine mitunter höchst eigenwillige Interpretation. Dabei hat er recht, denn kaum eine andere Nation ist mit Geldentwertung, Hyperinflation und Währungsreform so konfrontiert worden wie wir. Das ist 90 Jahre her und doch ist das Thema sehr aktuell. Wir sind immer noch auf der Suche, unser Erspartes sicher und dennoch mit etwas Zuwachs unterzubringen.

09.06.2018

Das Damoklesschwert steigender Zinsen

Achtung, es wird spannend an den Märkten: Ende April erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe erstmals wieder ein Niveau von 3 % (!). Mitte 2016 lag deren Verzinsung noch deutlich unter 1,5 %. Eingepreist in diese Entwicklung sind in erster Linie gestiegene Rohstoffpreise und starke Lohnsteigerungen der Amerikaner, was an niedriger Arbeitslosigkeit liegt. Damit sind weitere Zinserhöhungen in den USA nicht ausgeschlossen und es stellt sich die Frage, ob die europäischen Zinsstrukturen vor diesen Einflüssen verschont bleiben werden.