VR-MoneyTalk

Die monatlich erscheinende Kolumne rund um Finanzthemen

Birk Nitschack ist Prokurist und Leiter der Individualkundenbetreuung bei Ihrer VR-Bank Altenburger Land eG. An dieser Stelle schreibt er monatlich zu Entwicklung, Einflüssen und Aussichten der Finanzmärkte sowie zu Anlageprodukten und Finanzinnovationen.

2021

09.10.2021

Machtbeben in China und Wohlstand für Alle

Der September wird seinem Ruf als schwacher Bör-senmonat gerecht. Die Kurse an der Wall Street und beim DAX® fielen so stark wie lange nicht. Für den deutschen Leitindex war es das erste Quartalsminus seit dem Corona-Crash. Am Angstbarometer VIX®, welcher die Börsenschwankungen misst, lässt sich die gestiegene Unsicherheit der Marktteilnehmer deutlich ablesen. Belastungsfaktoren sind die erneut hohe Inflation, Lieferengpässe, die Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA, steigende Energie-preise sowie eine langsame Rückführung der ultra-lockeren Geldpolitik durch die Notenbanken, wel-che als wichtigster Treiber der Börsenrallye der ver-gangenen Jahre gilt. Dazu kommt das Drama um den wahrscheinlichen Zahlungsausfall des chinesi-schen Immobiliengiganten Evergrande.

11.09.2021

Neuausrichtung des DAX® in schwierigem Umfeld

Ab dem 20. September werden sich Anleger zehn weitere Titel merken, welche in der ersten Liga der deutschen Aktienwerte mitspielen. Die Ausweitung des DAX® von 30 auf 40 Werte, welche die deutsche Wirtschaft repräsentieren, ist mehr als ein Signal nach außen. Einerseits steigt mit der Breite des Portfolios auch die Varianz an Branchen, wobei besonders "neue Industrien" das modernere Wirtschaftsgeschehen mit repräsentieren sollen. Deutschland besteht ja nicht nur aus chemischer Industrie oder Automobilbau.

14.08.2021

Aktienrückkäufe

Viele Unternehmen haben durch die Sparmaßnahmen infolge der Corona-Pandemie Liquiditätsreserven auf Rekordniveau. Nun werden mit dem Geld eigene Aktien zurückgekauft. Mit jeder eingezogenen Aktie sparen die Konzerne Geld für die Ausschüttungen oder erhöhen automatisch die Dividendenrendite. Durch die Rückkäufe verknappt sich das Angebot, was wiederum dazu führt, dass der Gewinn je Aktie steigt. Gewinnsteigerungen werden von der Börse tendenziell mit Kurssteigerungen honoriert – denn das ist die maßgebliche Kennzahl an der Wall Street. Der absolute Gewinn – in der Finanzwelt eine vernachlässigte Kennzahl – stagnierte oder fiel sogar. Gut ein Viertel aller Gewinnsteigerungen schafften amerikanische Unternehmen in den letzten zehn Jahren nur deshalb, weil sie eigene Aktien zurückkauften und so den Gewinn pro Anteilschein erhöhten.

10.07.2021

Die Kurshöhe ist relativ

Die Seitwärtsbewegung des deutschen Aktienindex hält nun seit etwa drei Monaten an. Einerseits konnte er jüngst von dem Geschäftsklima in der Eurozone profitieren, welches so gut wie seit 21 Jahren nicht mehr ist. Die andere Seite der Medaille ist die unveränderte Präsenz der Corona-Pandemie, jetzt mit einer neuen Variante. Diese Verunsicherung – in Einzelhandel, Gastronomie und Reisebranche – lähmt die Perspektiven und lässt eine Kalkulation nur sehr nebulös zu. Gerade wir als VR-Bank Altenburger Land können unseren
Kunden, welche sich für eine unserer Kundenreisen entschieden haben, leider nicht die
Reisegarantie geben, wie wir es gerne tun würden. Nicht für die Reise auf die englischen Kanalinseln wegen unvorhersehbarer politischer Eingriffe, leider auch nicht für Neapel und die Amalfiküste oder Israel im Oktober und November. Dieser vakante Zustand zwischen Wunsch, Planung und Realität zeigt sich auch an den Märkten und lässt die Vorsicht der Anleger dominieren.  

12.06.2021

Inflation

Der Wert des Geldes steigt dadurch, dass man sich mit ihm mehr kaufen kann.
Inflation bezeichnet die Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen, gleichbedeutend mit einer Minderung der Kaufkraft des Geldes. Seit seinem Bestehen hat der Euro gegenüber verschiedenen Sachwerten wie Gold, Silber, Aktien und Immobilien bis zu 80 Prozent an Kaufkraft verloren. Da die Geldmenge seit Jahrzehnten schneller wächst als die Wirtschaft, führt das unweigerlich zum Kaufkraftverlust des Geldes. Die Wahrheit ist, niemand weiß wie hoch die Inflation steigt und wie nachhaltig dieser Anstieg sein wird. Fest steht allerdings, dass die Preise infolge der Pandemie durch das Herunterfahren der Wirtschaft und dem damit verbundenen Kapazitätsabbau einiger Unternehmen deutlich gestiegen sind. Eine höhere Nachfrage trifft auf eine höhere Güterknappheit. Beides treibt die Preise nach oben. Selbst wenn die Konjunktur nicht ins Laufen kommt, trifft eine weiterwachsende Geldmenge auf wenige Güter.

08.05.2021

Anleger im Wertewandel

Der Mai gilt bekanntlich nicht als der optimalste Börsen- und Anlegermonat. Die Empfehlung, im Mai erst einmal Kasse zu machen, fußt auch in diesem Jahr auf der Tatsache, dass die zehnprozentige Wertsteigerung des deutschen Leitindexes DAX® in den ersten vier Monaten durchaus eine Hausnummer ist. Jetzt wird die Luft dünner. Die wirtschaftlichen Aussichten sind dabei in den Kursen ebenso bereits eingepreist wie die Aussichten auf ein Ende der Corona-Beschränkungen und die Hoffnung auf ein normales Leben. Keine Fantasie mehr bzgl. Impfstoffen und Konsumanstieg im Rahmen von Alltagserleichterungen. Es fehlt aktuell der Kurstreiber für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends und diese Verunsicherung bestätigt den Trend zum Realisieren der erreichten Kursgewinne.

10.04.2021

Wall of Worry

Der deutsche Leitindex DAX® erreicht mit der Marke von 15.000 Punkten ein neues Allzeithoch. Auf Quartalssicht beträgt das Plus in diesem Jahr fast 10 Prozent. Vor al-lem dank der Rally im März mit knapp 9 Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verdienten die 30 größten Konzerne vor Steuern, Zinsen und Sondereinflüssen nach Berechnungen des Handelsblatts nur 3,9 Prozent weniger als im Vorkrisenjahr 2019. Laut Prognosen der Konzerne stehen viele im laufenden Jahr vor Rekordgewinnen. Grund für den Optimismus ist die weltweite Erholung der Konjunktur. Die vielen auslandsstarken Industriekonzerne im DAX® profitieren davon besonders. Vor allem die rasche Erholung der Nachfrage in den USA und China, in denen die DAX-Konzerne im Schnitt mehr als ein Drittel ihrer Umsätze erzielen, verleiht den deutschen Unternehmen einen zusätzlichen Schub.

13.03.2021

Die Illusion der risikolosen Sicherheit

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Diese Aussage von Albert Einstein kann man problemlos auf das mancherorts erlebte Verhalten der deutschen Sparer reflektieren: Anstatt sich einer substanziell nachhaltigen Wertentwicklung zu verschreiben, suchen vereinzelte Anleger den Zins-Strohhalm und vertrauen ihr Geld Institutionen wie „Weltsparen“ an – um dort einen Minizins für eine kurze Zeit zu ergattern. Diese FinTechs oder Nearbanks vermitteln das Guthaben an Banken wie Greensill mit intransparenten Verwendungsmodellen. Greensill ist nun pleite bzw. hat Probleme mit der Bankenaufsicht und die Sparer bangen um ihre Einlagen. Um es nochmal klar zu verdeutlichen: Es gibt nur einen Leitzins in Europa – und den legt die EZB fest. Dieser liegt bei null! Warum ein Anbieter mehr zahlt, gilt es kritisch zu hinterfragen. Wer mehr erwartet oder generieren will, muss zusätzliche Risiken tragen.

13.02.2021

Bitcoin

Im Jahr 2007 wurde das Bitcoin-Zahlungssystem erfunden und die Open-Source-Referenzsoftware zwei Jahre später veröffentlicht. Das Bitcoin-Netzwerk basiert auf einer dezentralen Datenbank, der Blockchain, in der alle Transaktionen verzeichnet sind. Neue Bitcoin-Einheiten werden durch die computerbasierte Lösung kryptographischer Aufgaben, das sogenannte Mining (schürfen), geschaffen. Für den Aufwand erhält der Miner die geschürften Bitcoins und die Gebühren aus den enthaltenen Transaktionen. Da die Aufgaben immer schwieriger werden, ist der Vorgang sehr rechenintensiv, benötigt viel Strom und verursacht CO2-Emissionen. Laut Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index verbraucht das Schürfen der Bitcoins aktuell rund 90 Terawattstunden Strom pro Jahr. Das ist mehr als beispielsweise die Schweiz oder Neuseeland. Die Umweltbelastung durch das Mining schätzen Forscher von MIT und TUM auf mehr als 20 Megatonnen Kohlendioxid im Jahr.

16.01.2021

Perfekte Voraussetzungen

Zweckoptimismus und positives Szenariodenken ist eine ureigene Eigenschaft von Börsianern und Anlagespezialisten. Die Zahl der Kaufempfehlungen zu einzelnen Werten, zu einem Index oder einer Marktgattung übersteigt immer die Halte- oder Verkaufstipps. Das liegt an den naturgemäß hilfreichen und notwendigen Impulsen, die für die positive Kursentwicklung notwendig sind. Sozusagen Kursstimuli, denn keiner der Marktteilnehmer hat langfristig etwas davon, wenn die Kurse fallen. Der Markt braucht den langfristig positiven Drift und auch Börsen sind auf Wachstum getrimmt. Und so klingt es ganz normal, dass die Überschriften in der Wirtschaftspresse von neuen Höchstständen und Rekordindikatoren sprechen, obwohl wir in einer wirtschaftlich depressiven Phase stecken.

2020

12.12.2020

Adieu, ereignisreiches Krisenjahr 2020

Das Jahr 2020 geht zu Ende und wird den Anlegern wohl wirklich in dauerhafter Erinnerung
bleiben - definitiv! Als "Pandemiejahr" führte es zu unvergleichbaren und faktisch  "hausgemachten" Konjunktureinbrüchen, einer extrem hohen Marktvolatilität, aber auch zu Investitions-Chancen bei entsprechendem Mut und einem Händchen für das richtige Timing. So gesehen überrascht es doch erheblich, wie stabil sich die deutschen und internationalen Aktienmärkte zeigen und mit welchen (fast) Allzeit-Höchstständen diese zum Jahresende den Anlegern zu einer versöhnlichen Stimmung verhelfen.

14.11.2020

Lichtblick zum Jahresende

Eine gute Woche geht zu Ende. So starteten deutsche und internationale Aktienmärkte mit fulminanten Kursgewinnen in die Woche, wobei der DAX® die wichtige 13.000er-Marke knacken konnte. Die zumindest auf rechnerischer Basis erfolgte Designation von Joe Biden als zukünftiger US-Präsident sorgt dabei für einen mächtigen Impuls, beendet sie doch die von politischem Geplänkel begleitete Hängepartie der US-Wahlen. Es darf jedoch nicht zu früh frohlockt werden, denn eine vom abgewählten Präsidenten Trump initi-ierte juristische Kampagne kann dem Willen des amerikanischen Souveräns und damit auch den internationalen Börsen noch einige Geduld abverlangen.

10.10.2020

Diesmal wird alles anders sein

Für Altmeister Kostolany waren das die fünf teuersten Worte an der Börse. Der gebürtige Ungar prägte die Metapher „der starken und schwachen Hände“. Starke Hände sind  Profianleger oder institutionelle Investoren, die mit entsprechender Erfahrung und Know-how, dem nötigen Kleingeld und langem Atem an der Börse agieren. Schwache oder zittrige
Hände sind demzufolge oftmals Privatinvestoren bzw. unerfahrene Anleger, die - nicht selten
auf Kredit - ihr Glück an der Börse versuchen und dazu den empfohlenen Anlagehorizont
missen lassen, weshalb sie ständig zwischen Verlustängsten und der Angst, die nächste Aufwärtsbewegung zu verpassen, hin und her gerissen sind. Seit dem Einbruch der Märkte bis Ende März sind Millionen Börsenneulinge, oft über kostengünstige Trading-Apps mit riskanten Anlageprodukten, aufs Börsenparkett geströmt.

 

12.09.2020

Kampf zwischen Bullen und Bären

Die billionenschweren Geldspritzen der Notenbanken und Konjunkturprogramme der Regierungen bescheren dem DAX® den fünften Monatsgewinn in Folge. Viele Indizes verzeichnen den größten August-Gewinn seit Jahrzehnten. Das Geld, das die Zentralbanken
in die Märkte pumpen, wirkt sich zwar nicht auf die Güterpreise aus, aber dafür umso mehr
auf die Preise an den Finanzmärkten. Statt in den Konsum und Investitionen, fließt freies
Kapital und billiges Geld in die Aktienmärkte.

08.08.2020

Konsolidierung gut für weitere Entwicklung

Nach den guten Kursentwicklungen der letzten Monate hat der Aktienmarkt in den letzten zwei Wochen eine Pause eingelegt. Der Rücksetzer ist notwendig und gesund. Beginnend
Ende März befindet sich der deutsche Aktienmarkt in einer Hausse, in welcher es ganz normal ist, Korrekturen zu erleben. Die grundsätzlich gute Stimmung konnte bisher auch nicht von den negativen Botschaften des Arbeitsmarktes und den konjunkturellen Einbrüchen unterbrochen werden. Belegt wurde das zuletzt vom Index für Einkaufsmanager, welcher den höchsten Stand seit Ende 2018 vorweisen konnte. Und gerade hier liegt die Besonderheit, denn der Rekordeinbruch der deutschen Wirtschaft beeindruckt den Markt
viel weniger, als man denken könnte.

11.07.2020

... Wie aus Schulden Ertrag wird.

Mit einer ungeahnten Dynamik haben sich die Aktienmärkte in den letzten drei Monaten nach oben gearbeitet und so die panischen Reaktionen der Monate Februar und insbesondere März fast vergessen lassen. Stand der deutsche Leitindex DAX® Mitte März am Tiefpunkt bei 8.400 Punkten, hat er eine fulminante Aufwärtsbewegung bei derzeit rund 12.600 Punkten umgesetzt. Angesichts der Gruselnachrichten bezüglich Rezession, BIPSchwund, Arbeitslosigkeit und folgendem eingeschränktem Konsumverhalten durch die Virus-Debatte hätten sich Anleger durchaus auf eine lange Durststrecke der Kurserholung einstellen können. Es kam – ausgehend vom jetzigen Betrachtungszeitpunkt – anders.

09.05.2020

Nehmen Sie die nächste S-Bahn!

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Investieren?
Richtig ... immer!
Diese Börsenregel suggeriert nichts anderes als die Tatsache, dass man den perfekten Einstiegszeitpunkt für ein Engagement nicht kennen kann oder nicht optimal treffen wird. Man sollte also immer dabei sein. Sie unterstellt zugleich, nicht mit der Zeitkomponente zu hadern, sondern im festen Rhythmus zu kaufen und damit Positionen aufzubauen. Voraussetzung ist nur, dass man langfristig an einen positiven Drift, also steigende Kursentwicklungen, glaubt. Beachtet man dies, muss man Kursen nicht hinterherlaufen oder gerät in inneren Zwist, den Einstieg gar „verpasst“ zu haben.

11.04.2020

Bleiben Sie geduldig und ..!

Viele Marktteilnehmer und auch eine umfassende Zahl an Fondsanlegern sind aufgrund der Turbulenzen an den Börsen stark verunsichert. Es schien im Rahmen des massiven  Verkaufsdrucks nur eine sichere Strategie zu geben und diese war „cash“. Viele Anleger warten jetzt auf Signale für eine Erholung an den Märkten, um den schnellsten  Börsenabsturz aller Zeiten verdauen zu können. Die dramatische Stimmungswende im  Februar und März und die panischen Verkaufsmomente brachten der Mehrzahl der Anleger nicht nur Verluste in ihren Portfolios, sondern auch das Nachdenken, dass Börsen keine Einbahnstraße sind und dort die Risiken der Zukunft gehandelt werden.

08.02.2020

Chancen ergreifen!

"Wer zu spät kommt, den bestrafen die Märkte." Dieses Gefühl dürften manche Investoren kennen, welche mitunter seit acht Jahren auf ein besseres Zinsniveau oder auch ein preiswerteres Einsteigen am Aktienmarkt warten. Glaubt man der Mehrzahl der Jahresprognosen für 2020, wird sich ein Warten auch in diesem Jahr nicht auszahlen. Die Aussichten auf, wenn auch moderatere, Kurszuwächse - im Vergleich zum Top-Jahr 2019 - stehen günstig.

18.01.2020

Auf ein weiteres erfolgreiches Anlagejahr

Trotz Befürchtung vor Handelskriegen, einer unüberschaubaren Geopolitik und einer stotternden und überschuldeten Weltwirtschaft, konnten Anleger 2019 in fast jeder Anlageklasse kräftige Gewinne erzielen. Und das obwohl die Weltkonjunktur so langsam wie seit zehn Jahren nicht mehr wächst. Laut einer Studie der DZ Bank stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte 2019 um rund 441 Milliarden Euro auf 6,6 Billionen Euro. Im Vergleich zu 2018 hat sich der Vermögensaufbau stark beschleunigt. Der Anstieg ist vor allem dem Sparfleiß der Bürger und einer äußerst positiven Aktienmarktentwicklung zu verdanken.

2019

07.12.2019

2020 mit Novum der Geldanlage

Lange war es ein Tabuthema oder bestenfalls ein unangenehmer Zukunftsaspekt. Banken haderten mit der Einführung von Zinsen unterhalb der Nulllinie und scheuten den Begriff "Negativzinsen". Dabei ist es aus Bankensicht, gemessen an den Vorgaben des Geldmarktes, also den Leitzinsen der EZB, längst überfällig zu handeln. Trotz betriebswirtschaftlich notwendiger Einführung und einer volkswirtschaftlich höchstgradigen Widersinnigkeit bleibt den Banken der Eurozone keine Wahl mehr. Der bevorstehende Dammbruch macht auch vor dem Altenburger Land nicht halt und wird gerade die Geldbesitzer kalt erwischen, welche es in den letzten Jahren versäumt haben, Alternativen zu Sparbuch und Tagesgeld in ihr Anlageportfolio zu nehmen.

09.11.2019

Jahresendrallye... wahrscheinlich

Eigentlich ist nichts entschieden: Zum Amerikanisch-Chinesischen Handelsstreit gibt es bestenfalls weniger schlechte Nachrichten und der Brexit ist nur verschoben. Trotzdem haben Investoren in den letzten Wochen bei Aktien kräftig zugegriffen und den DAX® über die 13.000-Punkte-Marke gehievt. Auch andere Leitbörsen könnten entscheidende Gewinne oder Höchststände verzeichnen, so der Schweizer Leitindex SMI oder die amerikanische Tech-Börse Nasdaq.

14.09.2019

Vermögenserhalt durch Vermögensstruktur

Eine alte Bauernregel besagt: Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen. Was in der Landwirtschaft bereits über Jahrhunderte dazu beigetragen hat, Risiken zu minimieren, funktioniert auch in der Finanzwirtschaft. Das Risiko breit zu streuen, ist die wohl wichtigste Regel der Geldanlage. Das Zauberwort heißt Diversifikation und ist dazu auch noch preisgekrönt. Denn für die moderne Portfoliotheorie bekam Harry Markowitz den Nobelpreis.

10.08.2019

Verkaufswelle mit Ansage

Wie gewonnen so zerronnen könnte man die Wirtschaftspolitik der Amerikaner momentan bezeichnen. Beeinflusste der vor gut zwei Jahren neu angetretene US-Präsident die weltweiten Börsen damals noch mit einer Art Götterdämmerung, einem wirtschaftsfreundlichen Gesamtwerk, ist er auf dem besten Wege, diese Lorbeeren zu verspielen. Die kurzfristigen Launen und - mit ziemlicher Subjektivität gefärbten - Behauptungen von Trump zerstörten nicht nur Vertrauen, sie stellen vielmehr den über Jahrzehnte gewachsenen bi- und multilateralen Codex in Frage.

13.07.2019

Minuszinsen – vom Unangenehmen zur Gefahr

Mit der in dieser Woche nominierten Christine Lagarde zur Präsidentin der Europäischen Zentralbank, wird erstmals eine Politikerin die Geschicke der europäischen Geldpolitik lenken. In einem Umfeld von Rendite-Rekordtief und Anleihe-Kursrally, aber auch bevorstehender Konjunkturabkühlung wird die spannende Frage sein, mit welchen geldpolitischen Maßnahmen die neue Chefin den Märkten begegnen wird. Diskutiert wird in Europa durchaus eine neue Welle der Zinssenkungen, in den USA ist diese fast beschlossene Sache.

08.06.2019

Der Optimismus ist verflogen

Den absoluten Klassiker der Kursentwicklung konnten Anleger im Mai erleben. Mit gut fünf Prozent Kursminus erfüllte dieser die Prophezeiungen als traditionellem Verkaufsmonat. Doch wen wundert es, nimmt man einmal alle negativen kursbeeinflussenden Faktoren zusammen: amerikanisch-chinesischer Handelsstreit, europäisch-britische Irrfahrten, amerikanisch-deutsche Prozesse, iranisch-amerikanische Drohungen usw. Positiv gesehen sind das konsolidierungsfördernde Maßnahmen gewesen, welche den guten Jahresstart etwas relativieren.

11.05.2019

Vorwärts in die Vergangenheit... Bitte nicht!

Fulminant ging es nach oben seit Jahresbeginn mit den deutschen Aktien. Knapp 20 Prozent in der Spitze halfen, einen Großteil der Vorjahresverluste wieder auszugleichen. Waren Sie dabei? Wahrscheinlich eher nicht, glaubt man den Statistiken, dass nur 14 Prozent der Gesamtbevölkerung direkt oder indirekt (über Fondslösungen) an Unternehmen beteiligt sind. Banken stellen gerade in der gegenwärtigen – und wahrscheinlich noch Jahre andauernden – Niedrig-, Null-, Negativ- bzw. Fehlzinspolitik der EZB fest, dass die Sparrahmenbedingungen leider keineswegs ein Umdenken der Deutschen mit sich führen. Altersvorsorge wird weiter über das Tagesgeld abgebildet – herzlichen Glückwunsch zu Geldentwertung von zwei Prozent per anno.

13.04.2019

Trend zu sinkenden Renditen

Wenn man die Kursgewinne an den Weltbörsen seit Jahresanfang auf das Gesamtjahr hochrechnet, dann könnte 2019 das beste Aktienjahr aller Zeiten werden. Als Gründe für den aktuellen Kursaufschwung sind zum einen der sehr starke Kurseinbruch aus dem vergangenen Jahr zu nennen, den die Märkte wohl im Nachhinein als zu übertrieben und fundamental unbegründet bewertet haben. Zum anderen wird für das laufende Jahr nicht mehr mit weiteren Leitzinsanhebungen in den USA oder der Eurozone gerechnet, nachdem die amerikanische Notenbank eine Kehrtwende vollzogen hat und von ihren ursprünglichen Straffungsabsichten abgerückt ist.

09.03.2019

Versinkt die Welt in Schulden?

In der gesamten Weltwirtschaftsgeschichte waren Nationen und Bürger noch niemals so hoch verschuldet wie heute. Der Verschuldungsgrad ist in einigen Ländern mittlerweile so hoch, dass sogar minimale Zinssteigerungen zur Staatsinsolvenz führen können. In den zehn Jahren seit der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die Firmen ihre Anleiheschulden mehr als verdoppelt. Hinzu kommt, dass immer mehr Unternehmen mit schwächerer Bonität die niedrigen Zinsen genutzt haben, um sich Geld zu leihen.  

09.02.2019

Die Kosten der Niedrigzinsen...

Die Zinsen sinken! Immer noch bzw. immer wieder! Ein Blick auf das Niveau der Umlaufrendite zeigt derzeit 0,04 Prozent und Bundesanleihen sind bis zu einer Laufzeit von acht Jahren im Minuszinsbereich. Noch vor einigen Monaten schien es so, dass Sparer das gröbste überstanden zu haben schienen, ging doch die Zinskurve am mittleren und langen Ende etwas nach oben. Doch die Ambitionen auf eine gerade für Deutschland angemessene Zinspolitik – eines höheren Zinsniveaus – verpufften im politischen Kalkül der Bundeskanzlerin.

19.01.2019

Der Pessimismus nimmt zu...

Konjunkturzahlen und unternehmensspezifische Daten rücken wieder in den Mittelpunkt. Leider nicht viel Positive. Deutschland befindet sich an der Schwelle zu einer Rezession, welche durchaus auch hausgemachte Züge trägt. Zwar muss extern und primär aufgeführt werden, dass die Chinesen und Amerikaner ihren wirtschaftlichen Wachstumszenit längst überschritten haben und so den deutschen Export deutlich ins Stocken bringen. Chinas Exporte gingen im letzten Monat um 4,4 % zurück, die Einfuhren reduzierten sich um fast 8 %. Gerade der dort prestigeträchtige Automarkt knickte um 6 % ein und legt damit den Schatten auf den deutschen Autoexport. Spannend wird es auch in den USA, wenn die Berichtssaison in wenigen Wochen das vergangene Jahr abschließen wird.